Allgemeine und homöopathische Infektprophylaxe in Zeiten  vermehrter Coronavirusinfektionen

 

Offizielle und unumstrittene Infektprophylaxe:

Halten Sie die von den zuständigen Behörden empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen unbedingt ein: vor allem Maßnahmen wie Sicherheitsabstände von 1,5- 2m, familiäre Kontaktbeschränkungen (außer telefonische oder virtuelle), Vermeidung von Menschenansammlungen; häufiges Händewaschen, Husten- und Nieshygiene, Vermeidung nicht wichtiger Wege oder Einkäufe und natürlich individuell verordnete Quarantänebestimmungen

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Infekt-Prophylaxe – weitere allgemeine Maßnahmen

 

In Krisenzeiten und in Ermangelung krankheitsspezifischer kausaler Therapie ist die Stärkung des unspezifischen Immunsystems von besonderer Wichtigkeit. Diese basiert auf einem Gleichgewicht zwischen Sympathikus (steuert körperliche Aktivierung) und Vagus (fördert Erholung, Verdauung, Aufbau, Speicherung, und damit auch die allgemeine immunologische Belastbarkeit).

In unserer Kultur (vgl. steigende Anforderungen, Zeitdruck, Konkurrenzdruck, fortwährende Beschleunigung etc.)  ist stressbedingte chronische Sympathikus- Überaktivität oft die Regel und Ursache vieler Erkrankungen. Auch zur Immunstabilisierung ist die Stützung von Vagus gesteuerten Funktionen gerade in dieser Zeit besonders wichtig – also:

  1. Ausreichender Schlaf
  2. Ruhepausen - gerade in Zeiten großer Arbeitsbelastung
  3. Rechtzeitige Bettruhe im Erkrankungsfall
  4. Mäßiger Sport und Sauna (fördern die anschließende Vagus-betonte  Erholungsphase) in gesunden Zeiten
  5. Langsame Bewegung im Freien zum Abbau übermäßiger innerer psychischer Spannung (Sympathikus – Überaktivität z. B. durch Ängste, unterdrückten Ärger, Ungeduld, etc.) am besten unter achtsamer Betrachtung der Natur, d.h. unter Wahrnehmung eigener Sinneserlebnisse (hören, sehen, riechen, fühlen, der Natur, der Luft)
  6. Im Zustand akuter psychischer Anspannung langsame Bauchatmung unter Verlängerung der Ausatmungsphase mittels Ausatmen durch leicht geschlossene Lippen
  7. Achtsames, langsames Essen subjektiv verträglicher, gemischter Nahrung ohne Zeitdruck, Mahlzeiten gut kauen - auch zur Förderung gesunder Magen- und Verdauungsfunktionen.
  8. Autosuggestive Methoden wie Autogenes Training nach I.H. Schultz  (mit kurzer Sympathikus-Aktivierung durch „Zurücknehmen“ am Trainingsende)
  9. achtsames Qi-Gong, Akupunktur
  10. gegebenfalls betrachtendes Gebet oder Meditation

 

Infektprophylaxe mittels Homöopathie?

 

Weitgehend einig sind sich Homöopathen über die Sinnhaftigkeit individuell abgestimmter Gaben von Konstitutionsmitteln  – sofern Patienteneigenschaften, Symptomanfälligkeit und tradiertes entsprechendes Arzneimittelbild gut übereinstimmen. In dieser Angelegenheit mögen sich Betroffene am besten an ihre eigene homöopathische Ärztin (Arzt) wenden.    In einem eigenen Abschnitt dazu habe ich - stark verkürzt - einige Beispiele angeführt. Individuell abgestimmte Konstitutionsmittel besitzen eine allgemein prophylaktische Wirkung.

 

Grundsätzlich wird Homöopathie nicht vorbeugend, sondern lediglich bei bereits vorliegender Symptomatik eingesetzt und ist dann bei sachgerechter Verordnung oft sehr gut wirksam. (vgl Mittel gegen grippale Infekt, Husten, bei psychischen Problemen usw.) - siehe auch buttons unten.
 

Was den Einsatz von Nosoden betrifft, gehen unter Homöopathen die Meinungen auseinander.  (vgl. dazu auch aktuelle Stellungnahmen auf den Webseiten der beiden Österreichischen Homöopathiegesellschaften ÖGHM und ÄKH),

Nosoden sind homöopathisch aufbereitete Mittel aus Krankheitskeimen, Krankheitsprodukten, infizierten Sekreten etc. die keimfrei sind und vom ursprünglichen Erreger keine nachweisbaren Spuren mehr hinterlassen.        Wo die gleiche Krankeit (z.B. Grippe) mit einer gleichen, homöopathisch aufbereiteten Nosode behandelt wird (z.B. Grippe mit einer Grippe- Nosode) spricht man statt  von Homöopathie von Isopathie. Isopathie hat sich aber in der Praxis oft nicht so bewährt wie erwartet.

Dennoch empfahl mein Lehrer M. Dorcsi Influenzinum als mögliche, zusätzliche  „homöopathische Grippevorbeugung“ (nicht als Grippeimpfersatz!). Im Milieu einer akut an Influenza erkrankten Person, wo man mit der Impfung zu spät käme, hat sich auch bei mir die ärztliche Gabe von Influenzinum an ungeimpfte, noch symptomfreie Angehörige tatsächlich wiederholt bewährt.

 

Nach dem Simile-Prinzip eingesetzt, sind  Nosoden allerdings oft gut wirksam. So könnte  z.B.  Influenzinum bei grippeartigen Beschwerden anfangs (auch während einer COVID-19 Infektion) durchaus hilfreich sein - wenn auch nach bisherigen Erfahrungsberichten aus China, Indien, Iran, Italien, meist andere Mittel eingesetzt wurden.                                                                                                                   

Die  versuchsweise Verabreichung von Influenzinum D30 (hier als mögliches homöopathisches Simile statt als isopathische Nosode eingesetzt) könnte - zumindest als Placebo für symptomfreie Personen in Quarantänesituationen bzw. für Menschen in der Umgebung von COVID 19- Erkrankten als Hilfe bei der "stillen Feiung" (unbemerkter Aufbau eigener Immunität durch unbemerkte Infektion ) durchaus versucht werden, sofern diese Mittel bei Auftreten von Symptomen (das wäre ein Hinweis auf seine unzureichende prophylaktische Wirkung) wieder abgesetzt und durch andere, individuell passende bewährte homöopathische Grippe -Arzneien ersetzt würde.

 

Den Versuch wäre es wert – vorausgesetzt alle offiziell verordneten prophylaktischen Maßnahmen werden weiterhin zusätzlich streng eingehalten und wirksame schulmedizinische Hilfe wird weiterhin angenommen. Schlimmstenfalls würde z.B. Influenzinum D30 1x 5 Globuli - alle 4 Wochen einmalig eingenommen -  „nur“ als Placebo wirken, und  höchstens einem Drittel der Menschen (sehr kostengünstig!) helfen –  Pschopharmaka und Schmerzmitteln werden offiziell ja 30% Placebowirksamkeit zugestanden!  Mit heilsamer Placebowirkung (wie das ein toleranter Homöopathie -Skeptiker so ausdrücken würde) könnte man wenigstens seinem krankmachenden Gegenstück: Nocebo (übersetzt: „ es wird mir schaden“) etwas entgegensetzen.

 

Nocebo wirkt (leider ebenfalls nachweisbar) vielfach im Sinne überhöhter Beschwerdeanfälligkeit. Nocebo wird genährt von einseitiger negativer (auch  Placebo - abwertender) Information, Desinformation, zwischenpersönlichem Misstrauen, übersteigerten negativen Erwartungen, übertriebener Ängstlichkeit und Hoffnungslosigkeit. Gerade in Zeiten von gehäuft auftretenden Corona-Virusinfekten können wir Nocebo am wenigsten brauchen. Vielmehr sollten wir  ein konstruktives Zusammenwirken von Schulmedizin und komplementärer Medizin innerhalb und außerhalb von Krankenhäusern fördern bzw. etablieren.