Komplementärmedizinisches Homöopathisches Behandlungsschema für Ärzte(Innen) ohne besondere homöopathische Vorkenntnisse für Patienten mit COVID-19 Symptomatik

 

Ärztlich-Homöopathische Therapie und Bauchatmung in Zeiten von COVID -19                                                                                  (Begleitinformation zum Behandlungsschema von Felix Badelt)

 

Vorbemerkungen:

Um auch Ärzte*innen ohne Homöopathie-Vorkenntnisse den kurzfristigen, versuchsweisen Einstieg in Homöopathie zu erleichtern, empfehle ich bei CO-VID 19 Patienten und Verdachtsfällen -ergänzend zu bewährten schulmedizinischen Maßnahmen und unter Beachtung der jeweils geltenden hygienischen Vorsichtsmaßnahmen - zunächst folgende schematische Vorgangsweise – sei es in der Praxis, im Pflege - oder im stationären Bereich.

                                                                                                                      Nach Verabreichung eines möglichst breit wirksamen Erstmittels (im Schema Acidum arsenicum D30) werden -  bei unzureichender Wirksamkeit nach 2 Tagen symptomorientiert zusätzlich bewährte Folgemittel eingesetzt, die anschließend kurz beschrieben werden.

Alle Mittel sind nach homöopathischen Gesichtspunkten zubereitet - im Sinne von Verdünnung und Verschüttelung. D – Potenzen sind mehrmals im Verhältnis 1: 10,  C – Potenzen jeweils 1: 100 verdünnt, z.B. bei einer D30 bzw. C30 Potenz erfolgen jeweils 30 Verdünnungsschritte. Die mehrmalige Verschüttelung („Dynamisierung“)  bei jedem Verdünnungsschritt dient  der besseren „Einprägung“ der jeweils spezifischen Information (= das homöopathisches Arzneimittelbild der Ausgangssubstanz) auf den  zunächst neutralen Informationsträger: meist Dextrose – Globuli bzw. eine zuvor hergestellte wässrige Lösung).                                                 Je besser Patientensymptomatik und Arzneimittelbild übereinstimmen, desto eher wird die Information (wahrscheinlich im Grundsystem nach Pischinger – Heine) aufgenommen und desto wirksamer ist die Arznei. (Simile – Prinzip).

 

Arzneimittelbilder leiten sich aus Vergiftungssymptomen der Ursprungssubstanz, aus Arzneimittelprüfungen (= auftretende Symptomauflistungen im Rahmen freiwilliger Selbstversuche Gesunder bei wiederholter Einnahme sehr hoher Potenzen einer Substanz) sowie aus der klinischen Erfahrung her.

Homöopathische Mittel (meist Globuli aus Dextrose) sollen mahlzeitunabhängig - also nüchtern, zumindest aber im 15 Min. Abstand zu Mahlzeiten und anderen Getränken eingenommen werden, langsam im Mund zergehen, wobei möglichst nicht gesprochen werden sollte.

Globuli in Hochpotenzen z.B. C30 können auch in etwa 1/8 l Wasser eingerührt werden. Nach deren Auflösung wird das Wasser langsam über den Tag verteilt schluckweise im Mund gespült und getrunken. Gleichzeitig eingenommene Mahlzeiten, Kaffee, Nikotin verringern oder behindern die Wirksamkeit homöopathischer Mittel.

 

Die positive Wirksamkeit eines homöopathischen Mittels muss bei akuten Erkrankungen vom (n) Patienten*in am Tag der Einnahme, spätestens aber nach 48 Stunden wahrgenommen werden.                      Bei teilweiser Besserung kann man das Mittel ev. noch bis zu 1 Wo weiter einnehmen und ein weiteres symptomorientiert hinzugefügt werden.                                                                                                         Bei Wirkungslosigkeit soll das Mittel nach 2 Tagen abgesetzt werden und  ggf. durch ein anderes Mittel ersetzt werden.                                                                                                                    Bei Symptom-Verschlechterung wird das Mittel abgesetzt – außer es erfolgt am Folgetag eine deutliche Besserung des gesamten Zustandsbildes  (interpretiert als positive Arzneimittelreaktion bzw. Regulationsanstoß). In diesem Falle könnte das Mittel bei erneut auftretender Symptomatik noch einmal versucht werden. 

 

 

 

Verkürzte Mittelbeschreibungen                                                                      (< schlechter; > besser durch)                                                               fettgedruckte Mittel:  bewährt bei COVID 19 Symptomatik

 

Arsenicum album (Acidum arsenicosum) – Unruhe, Ängste, Schlafstörung < kurz nach Mitternacht, allgemeine Schwäche, Atemnot, Durst (trinkt lieber schluckweise), Schmerzen (brennend), Durchfall, Kältegefühl, Sekrete scharf, wundmachend; Neigung zu  Sodbrennen, häufig diverse Unverträglichkeiten;  Neigung zu Perfektionismus aus Absicherungsbedürfnis, Angst vor Kontrollverlust, vor Alleinsein, um Angehörige, Todesangst;

 

Kalium stibyltartaricum (Brechweinstein = Antimonium tartaricum; Tartarus emeticus):  Schleimrasseln auf der Brust, eher wässriger Schleim (mundvoller Auswurf), Geruchs- und Geschmacksverlust,                        Übelkeit > erbrechen; hochgr. Schwäche (auch Herzschwäche?)

 

Phosphor - D12 , D30, D200, -                                             akute Entzündung (häufiger links) mit Blutungsneigung, hypersensbel oder Sensibilitätsverlust (besonders Extremitäten), Geruchs - und oder Geschmacksverlust; Pat. hitzig; Verlangen nach kalten Speisen und Getränken  (die nach Warmwerden im Abdomen erbrochen werden), Druck über Brust,empfindlicher Kehlkopf; blutiges Sputum, brennende Schmerzen, allg. schlechter in Linksseitenlage; extrovertiert; kurzer, unterbrochener Schlaf, plötzlich hohes Fieber mit erhöhter Phantasie und erhöhter Angstbereitschaft, Herzklopfen

 

Lobelia purpurascens: Erschöpfung, schläfrig, Verwirrtheit, Kopfschmerz zwischen Augen, kann Augen nicht offenhalten, Schwindel, drohendes respiratorisches Versagen,

 

 Bryonia (alba): (Zaunrübe), Trockenheit aller Schleimhäute, rauer, wunder Hals, Durst auf große Mengen, allgemein leicht gereizt, trockener Husten, Rippenschmerzen (hält sich Brust zur Erleichterung), < Bewegung, heftige stechende Schmerzen an kleinen Stellen (auch im Bewegungsapparat)

 

Eupatorium perfoliatum : „Brustgrippe“ , Zerschlagenheitsgefühl bis in die Tiefe, Muskel und Augenmuskelschmerzen, Kopf, Rücken- und Nackenschmerzen mit Erbrechen, periodisches Fieber, großer Durst und Knochenschmerzen; Pat. kann nicht am Rücken liegen,                             > Knie-Hand-Position; < nachts , 

                                                      

Gelsemium : „Kopfgrippe“, schläfrig, benommen, teilnahmslos, Gesicht eher dunkles rot, zittrige Schwäche (der Extremitäten, der Zunge, der Augenlider), eher langsamer Krankheitsbeginn, Fieber mit zittern und frösteln ( ohne Durst) , oft Herzklopfen, Muskelschwäche, < Angst, Schreck, Aufregung, < Wärme, Sonne;

 

Justitia adhatoda (ein indischer Strauch, bei uns ein selten verwendetes Mittel): Geruchs- und Geschmacksverlust bei akuten Atemwegsinfekten, Schnupfen, trockener Hals, anfallsweiser Husten mit Brustenge und Atemnot (vgl. Boericke)

 

Camphora : Plötzliche Schwächeanfälle, Kollaps, eisige (äußere) Kälte , will aber oft nicht zugedeckt werden, bläuliches, ängstliches Gesicht, < Kälte; Kolik-artige Leibschmerzen mit Durchfällen;

 

Carbo vegetabilis (Holzkohle) – mangelhafte Gewebsoxidation, Zyanose, Oberbauchdruck, Bauch-Auftreibung, Blähungskoliken,  zu langsame Verdauung, Husten mit Brustbrennen, braucht Frischluft; Blutungsneigung, Ulcera, Gangrän (p. Anm: Das Mittel könnte - in Aqu.dest. oder physiol. Nacl aufgelöst – versuchsweise auch subcutan in relevante Akupunkturpunkte injiziert werden – z.B. in KG 17)

 

 Aconitum (Eisenhut): Plötzlich auftretende Beschwerden (Fieber, Schmerzen, Angst, Panik), mit Kältegefühl, heftiges Schütteln, wenig Schweiß, bewährtes Erstmittel bei akuten Beschwerden, Folge von Kälte, kaltem Nordwind, Angst, Erschrecken

 

 Belladonna (Atropa Belladonna): akute, lokalisierte Entzündung in unterschiedlichen Körperregionen (Kopf, Tonsillen, Brust, Abdomen)  Röte, Wärme, heftige, ev. pulsierende Schmerzen, hohes Fieber, Durst, trockene Schleimhäute, reichlich Schweiß, ev. Geruchs- und Geschmacksverlust, berührungs- und erschütterungsempfindlich; Unruhe, Angst Furcht, Delir bzw. Halluzinationen

 

Conium (Schierling) : krampfartiger Husten bei Lagewechsel, z.B. beim Niederlegen; bewährtes Altersmittel gegen Altersschwindel,      bei Starrheit, Gefäßsklerose; körperlicher und geistiger Schwäche, Beinschwäche, Gangunsicherheit; Prostatabeschwerden,

 

 

Psychosomatische Entspannung durch langsame Bauchatmung:

Ergänzend zur homöopathischen Mittelauswahl sollten gerade  COVID 19 – Patient*innen und entsprechende Verdachtsfälle zu psychosomatischer Entspannung über langsame physiologische Bauchatmung angeleitet werden. Atemfunktionsstörungen werden nur allzu oft durch Ängste ausgelöst, treten dann gemeinsam auf bzw. schaukeln einander hoch.

Vorgangsweise – im Sitzen und im Liegen möglich

Aktives Einatmen unter Erweiterung des unteren Brustkorbs mit Vorwölbung der Bauchdecke – ausatmen mit passivem sich Senken lassen des erweiterten Bauchs und Brustkorbs – Atempause!             (Dauer der Pause je nach pers. Bedürfnis) – usw.

Zusätzliche psychomental, autosuggestiv unterstützend wirkt die  Kombination dieser Atembewegungen mit bipolaren Vorstellungen wie z.B.: Vorsicht (während einatmen) - Vertrauen (beim ausatmen) – kurze  Atempause                                                                                                                        für mich sorgen (beim einatmen) – für andere sorgen (b. ausatmen)….                                                                                                                  mir selbst helfen (beim einatmen) – mir helfen lassen (b. ausatmen),… usw.

                                                                                                  Abschließend empfehle ich zur Vigilanz-Steigerung 1x tief durchzuatmen und sich danach gut durchzuschütteln

 

Homöopathische Apotheke in Zeiten von COVID -19  

Globuli jeweils in C30 (oder D30) :

 

Acidum arsenicosum (2 Fläschchen) ; Kalium stibyltartaricum, Eupatorium perfoliatum, Lobelia purpurascens, Bryonia, Gelsemium, Cephaelis Ipecacuanha, Camphora, Carbo vegetabilis, Conium (D4, D30) ; Phosphor D30 oder C30                                                                                                         Möglichst ergänzt durch: Aconitum, Belladonna,  Lobaria pulmonaria, ev. Justitia,    

Pro Fläschchen (a 8g Globuli einer C30 oder D30 Potenz) fallen etwa die Kosten einer Rezeptgebühr an. Mit dem Inhalt eines solchen Fläschchens könnten bedarfsweise ca. 15 Patienten oder mehr versorgt werden. Leere 1g Glasfiolen zur individuellen Abfüllung sind zusätzlich empfehlenswert                                                                                Fettgedruckte Mittel haben sich wiederholt bei der Behandlung von  COVID – 19 Patienten gut bewährt.

 

Ärztlich – Homöopathische Konsultationsmöglichkeiten in Österreich

Praxisplan der Österreichischen Ärztekammer www.praxisplan.at dort finden sich unter +erweiterte suche – Diplome (Auswahl) – Homöopathie (ÖÄK Diplom) eine Auswahl ärztlicher Homöopathen*innen. Allein in Wien gibt es dazu 164 Eintragungen.

 

ÄKH (Ärztegesellschaft für klassische Homöopathie) Tel 0699 17655588; Südtirolerstraße 16, 4020 – Linz; Webseite www.äkh.at

  

ÖGHM (Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin)

Billrothstraße 2 , A – 1190 , Wien; Tel: +43-1-5267575 e.mail: sekretariat@homoeopathie.at Webseite www.homöopathie.at

 

 

Literaturhinweis – z.B. Boericke William: Handbuch der homöopathischen Materia medica, (deutsche Übersetzung aus dem Amerikanischen) 1994, 9.Auflage, Karl. F. Haug Verlag, Heidelberg

 

 

 

 

 

Homöopathisches Behandlungsschema ergänzt durch entspannende Bauchatemübungen - siehe oben